{"id":679,"date":"2016-05-25T14:58:24","date_gmt":"2016-05-25T14:58:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.matthiaschenk.de\/?p=679"},"modified":"2024-05-14T17:36:29","modified_gmt":"2024-05-14T15:36:29","slug":"das-gedicht-von-joseph-beuys","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.matthiaschenk.de\/?p=679","title":{"rendered":"Das Gedicht von Joseph Beuys"},"content":{"rendered":"<p>Das folgende Gedicht habe ich vor vielen Jahren  im Haus-Kurier des Hauses Aja Textor- Goethe, Frankfurt, gefunden. Es wurde Joseph Beuys zugeschrieben.<\/p>\n<p>Lass Dich fallen<\/p>\n<p>Lass dich fallen.<br \/>\nLerne Schlangen beobachten.<br \/>\nPflanze unm\u00f6gliche G\u00e4rten.<br \/>\nLade jemanden Gef\u00e4hrlichen zum Tee ein.<br \/>\nMache kleine Zeichen, die \u201eJa\u201c sagen und<br \/>\nverteile sie \u00fcberall in deinem Haus.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nBaue eine Burg aus Decken.<br \/>\nWerde nass.<br \/>\nUmarme B\u00e4ume.<br \/>\nSchreibe Liebesbriefe.<\/p>\n<p>Mich haben diese Zeilen sehr irritiert. All meine Versuche, die Quelle zu finden, sind gescheitert. Immer wieder ist mir dieser Text begegnet; Quelle: unbekannt.<\/p>\n<p>Jetzt wei\u00df ich mehr: Das Gedicht ist von SARKSARK (Susan Ariel Rainbow Kennedy) und im Original  mit HOW TO BE AN ARTIST \u00fcberschrieben. Es wurde f\u00e4lschlicherweise &#8211; auf Grund der deutschen \u00dcbersetzung des Titels mit \u201eJeder Mensch ein K\u00fcnstler\u201c &#8211; Joseph Beuys zugeschrieben.<\/p>\n<p>Diese Erkenntnis verdanke ich meinem Freund Ernst F\u00f6ll, Meistersch\u00fcler von Joseph Beuys und einer unserer Berater im Schlo\u00df Freudenberg. Er hat mich vor wenigen Tagen auf die richtige F\u00e4hrte gesetzt: Er berichtete mir von Adam Rainer Lynen, einem Beuys-Studenten, \u2026<\/p>\n<p>Im \u201eDER GANZE RIEMEN\u201c, Johannes St\u00fcttgen, ebenfalls Meistersch\u00fcler von Beuys, finde ich zum Wintersemester 1971\/72 folgende Textstelle:<\/p>\n<p>\u201eHier noch das Lied (von Adam Rainer Lynen), dessen erste, leicht abgewandte Strophe Joseph Beuys oft mit lauter Stimme ert\u00f6nen lie\u00df, wenn er sp\u00e4tabends den endlosen Akademieflur von Raum 20 in Richtung Ausgang marschierte:<\/p>\n<p>\u201aIm Dickicht der Welt<br \/>\nImmer allein und vogelfrei<br \/>\nIm verfilzten Dickicht der Welt.<br \/>\nManchmal im Dunkel ein Eulenschrei.<br \/>\nKeine Liebe, kein Gott und kein Geld.<\/p>\n<p>Stets auf der Hut, und die andern sind Hunde.<br \/>\nSteppenmann, der vergi\u00dft.<br \/>\nRatten im Zwielicht. Rosige Stunde.<br \/>\nUnd es bleibt, wie es ist.<\/p>\n<p>Morgens ein Song und zur Nacht keine Wende.<br \/>\nStrophen eines Aufruhr-Gedichts.<br \/>\nDieses Schweigen, manchmal, spricht B\u00e4nde.<br \/>\nWorte wie Kometen \u2026 im Nichts.<\/p>\n<p>Morgen geht es um Kopf und Kragen,<br \/>\nEinsamer Wolf, den die anderen Tiere jagen.<br \/>\nLeichnam, der in Schluchten verfault,<br \/>\nWenn die Meute im Bergland jault.\u2018<\/p>\n<p>Die beiden letzten Zeilen der ersten Strophe h\u00f6rten sich bei Beuys so an:<br \/>\nManchmal von Ferne ein Eulenschrei,<br \/>\naber vor\u00fcber, vorbei!\u201c<\/p>\n<p>Mit dieser Aktion ist meine Irritation vorbei, mein Durst gestillt.<br \/>\nEs gibt ein Gedicht! Beuys sei Dank ein anderes \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das folgende Gedicht habe ich vor vielen Jahren im Haus-Kurier des Hauses Aja Textor- Goethe, Frankfurt, gefunden. Es wurde Joseph Beuys zugeschrieben. Lass Dich fallen Lass dich fallen. 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