Zu Gast im Schloß: Die Gedanken sind frei!

Am Mittwoch, den 26. Mai um 20 Uhr besucht uns Gernot Kirchner im Schloß. Gernot Kirchner war Leiter der Jugendstrafanstalt in Wiesbaden und wir haben über 10 Jahre intensiv zusammengearbeitet. Hier das verfallene Schloß und ein Haufen Arbeit, dort junge Männer, die oft nicht wissen wohin mit ihren Kräften. So kam es, daß Strafgefangene  freiwillig in ihrer Freizeit am Wiederaufbau des Schlosses mitgewirkt haben. Für die Gefangenen war dies eine Möglichkeit zur Wiedergutmachung. Einige Gefangene haben uns über ein Jahr hier im Schloß begleitet und zwei Strafgefangene habe auch nach ihrer Entlassung aus der Haft bei uns weitergearbeitet. Aus diesen Anfängen ist mit den Jahren ein unglaubliches Netzwerk mit Künstlerinnen und Künstlern, Handwerkern, Unternehmern und Organisationen entstanden. Das Projekt „Architektur als Strafe“ mit Kunststudenten der Alanus Hochschule hat die ersten Zellen, Flure , Toiletten und Aufenthaltsräume der Bediensteten gestaltet (Farben, Lampen, Möbel). Daraus wurde ein Projekt „Das Essen darf keine Strafe sein“ und in über 2 jähriger Bauzeit wurde ein Speisesaal mit und für die Gefangenen entworfen und gebaut. Der Künstler Peter Andreas Mothes hat zusammen mit Gefangenen einen Andachtsraum gestaltet, ein ehemaliger Haftblock mit über 30 Zellen wurde zu einem Haus der Künste und wie das Holsschiff in die Anstalt kam, davon berichten wir am 26.Mai. Umgekehrt hat die Anstalt auch in unser Projekt hineingewirkt. „Was sind die Ziele?“ „Sind die Ziele klar verarbredet?“ „Wurden die Verabredungen auch festgehalten?“  , das war Gernot Kirchners Führungsinstrument: Ohne Ziel, kein Weg.

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