Alte Schloßfenster und Seetang

„Nur der Tod hält uns wach.“ Mit diesem Zitat von Joseph Beuys *endete eine Abendrunde zum Thema Fenstersanierung im Baudenkmal. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer saßen senkrecht im Stuhl. Was war das? Der Redner war der Haustechniker und Unternehmer Jörg Probst aus Essen. Sein Beitrag: Der Tod hält uns wach und die Probleme halten uns wach. Es geht um das Wachwerden, nicht (nur) um das Probleme lösen. Und so sollen wir auch die Probleme rund um das Baudenkmal Schloß Freudenberg betrachten. So ein 100-jähriges Fenster mit all seinen Schäden – und davon gibt es 69 Stück – ist ein Erfahrungsfeld für sich. „Wendet Eure Methode hier im Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens immer auch auf Eure eigenen Fragen an, dann seid ihr auf der sicheren „Seite“.  Ja, lieber Jörg, so ist es.

„Auf die Frage, warum der Mensch, vor dem Problem des Todes stehe, antwortete Beuys: Weil er den Tod einfach als Methodologie der Schöpfung akzeptiert. Wenn er ihn für sich wünscht. Wenn er im Grunde einsieht, dass er ohne dieses Element des Todes nicht imstande wäre, bewusst zu leben. Wenn er sich nur für das Leben interessierte, könnte er genauso gut ein Stück Seetang sein (…)“

„Der Tod hält mich wach.“ Joseph Beuys – Rudolf Steiner; Grundzüge ihres Denkens, Wolfgang Zumdick, 2006, Verlag Die Pforte, S.88
Bezugsquelle: www.fiu-verlag.com

Die Fortsetzung der Fenstersanierung ist dann am 17. September um 20 Uhr im Schloß: Johannes Stüttgen liest aus „Der ganze Riemen“ – Joseph Beuys – der Auftritt as Lehrer an der Kunstakademie Düsseldorf. Im Mittepunkt steht die Frage des jungen Studenten an seinen Lehrer: Was hat es mit der Farbe incarnat auf sich? „Die Auskunft von Beuys, wobei er auf die Farbenlehre von Goethe verwies (von der ich noch nie etwas gehört hatte) und dessen Streit mit Newton, mich verwirrte mich sehr…“ (S.71) Beginn: 20 Uhr im Schloßsaal. www.schlossfreudenberg.de

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