Wer vom Ziel nichts weiss

Wer vom Ziel nicht weiß,
kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis
all sein Leben traben;
kommt am Ende hin,
wo er hergerückt,
hat der Menge Sinn
nur noch mehr zerstückt.

Wer vom Ziel nichts kennt,
kann’s doch heut erfahren;
wenn es ihn nur brennt
nach dem Göttlich-Wahren;
wenn in Eitelkeit
er nicht ganz versunken
und vom Wein der Zeit
nicht bis oben trunken.

Denn zu fragen ist
nach den stillen Dingen,
und zu wagen ist,
will man Licht erringen;
wer nicht suchen kann,
wie nur je ein Freier,
bleibt im Trugesbann
siebenfacher Schleier.

Christian Morgenstern

  • Robert Zunhammer sagt:

    Hallo Matthias,

    “Denn zu fragen ist
    nach den stillen Dingen…”

    Der österreichische Quantenphysiker Anton Zeilinger geht davon aus, dass nicht Materie, sondern Information der Urstoff des Universums ist. Denn was wir Quanten oder Elementarteilchen nennen und all die physischen Eigenschaften, die wir der Realität zuschreiben, sind lediglich begrenzte Antworten, die wir von der Natur auf unsere begrenzten Fragen erhallten haben.
    Mit unseren Fragen an die Natur öffnen wir jeweils eine Tür einen Spalt breit. Was auch immer sich uns zeigt, wird durch diesen Spalt geformt. Die Natur kann sich uns also nur in begrenzten Formen zeigen.
    Sie ist mit ihren Antworten an unsere Fragen gebunden.
    Es sind also letztlich die Fragen und nicht die Antworten, die unser Weltbild bestimmen.
    Wofür wir keine Fragen haben, wird uns für immer verborgen bleiben.

    (Aus “Der Quantensprung des Denkens” von Natalie Knapp.)

  • Hallo Matthias hi Robert.

    Vieleicht hätte der Herr Zeilinger gar keinen 800 Milliarden teuren und über 26 Km großen Teilchenbeschleuniger gebraucht, wenn er uns mal im Schloss besucht hätte.

    Denn:

    Seite ende 2012 geht der Quantenphysiker Anton Zeilinger nicht nur davon aus, er konnte auch erstmals beweisen, was Robert in seinem Kommentar so schön beschrieben hat.

    Er entdeckte mit Hilfe des LHC bei Genf das Higgsboson (nach dem Bitischen Physiker Peter Higgs benannt) und bestimmte dessen Masse (126 GeV/c2) und lieferte damit die Bestätigung, dass alles was wir beobachten allein durch unsere Beobachtung beeinflusst wird.
    Der Beobachter muss also eine starke Wirkung auf das Beobachtete haben.(in der Physik spricht man zwar von einer schwachen Wechselwirkung aber ich finde den Begriff irreführend)

    Diese Tatsache haben Forscher bisher immer als Humbug abgetahn, doch nun müssen sie in Betracht ziehen, was die alten Lehrer der Menschheit schon immer wussten.
    Der Kosmos besteht aus Information und die Art der Information resultiert aus einem universalen Bewussstsein dem alles (auch wir) zu Grunde liegen. Wir sind untrennbar mit der Welt verbunden. Neben der aufsteigenden Kausalitätskette gibt es auch eine absteigende, also in den Mikrokosmos gerichtete, Kausalätätskette.
    Was der ehrenwerte Herr Zeilinger zuerst vermutete und nun bewiesen hat ist nichts weiter als das was Philosophen, Theologen, Buhdisten und Hinduisten usw. schon immer wussten und lehrten.
    Wir existieren im Kosmos, während der Kosmos in uns existiert. Alles ist untrennbar mit allem Seienden verbunden. Das Große und das Kleine gehen Stufenlos in einander über.
    Dies Spiegelt sich in jeder Station in unserem Schloss wieder. ;-)

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