Der Kunde ist König Teil 2

„Dann wird man das für die Produktion bezahlen müssen, was sie kostet. Wenn ich dann Auto fahren möchte, werde ich auch einen realistischen Preis bezahlen müssen. Der liegt mindestens tausend Prozent über dem, was die Europäer heute fürs Autofahren ausgeben. Wer sich die Arbeitsbedingungen beim chinesischen Hersteller Foxcon anschaut, versteht sofort, daß ein iPaid eigentlich 5ooo Dollar kosten müsste…
Der konsumorientierte Kapitalismus, wie wir ihn heute kennen, funktioniert nur so lange, wie die Konzerne ihre Produkte radikal unter Preis verkaufen können. Die wahren Kosten für ein T-Shirt werden ausgelagert. Für die Rohstoffe werden Entwicklungsländer geplündert, die Arbeitskräfte in Bangladesh werden so gut wie nicht bezahlt, der giftige Müll wird weit weg verklappt.Der westliche Konsument bezahlt für ein T-Shirt höchstens zehn Prozent des wahren Preises.
Wenn im Jahr 2060 fünf Milliarden Asiaten an eure Tür klopfen und sagen, wir wollen das auch, wird es keinen Ort mehr geben, an den man die wahren Kosten auslagern kann.“
Chandran Nair, indischer Auswanderer, Chemieingenieur, Entwicklungshelfer, Gründer und Leiter der Firma Environmental Resources Management in Honkong, Gründer des „Global Institute for Tomorrow”. Interview Süddeutsche Zeitung, 19. März, Feuilleton.

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