Gerade noch rechtzeitig!

Als Gott alles erschaffen hatte, schuf er zuletzt den Schnee. Und der ist ja gerade geschmolzen, heute in aller Frühe war ein leichter Schneereif auf dem Taunushügel. Und die Geschichte geht so weiter: Weil er nach dieser grossen und schönen Arbeit müde war, vergaß er dem Schnee eine Farbe zu geben. Darüber war der Schnee sehr traurig, irrte umher, doch niemand wollte ihm eine Farbe abgeben. Bis auf das Schneeglöckchen. Seitdem ist der Schnee weiss.

Eine schöne Erinnerung daran, daß das weiss auch zu den Farben gehört. Und daß Gott auch müde und einmal keine Lösung hatte. Goethe im Faust (Osterspaziergang) :

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Quelle: Noch eins auf die Glocke, die Gattung Galanthus, Jörg Albrecht in der FAZ, 27.11.2011


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