Die Grundschule

Ein Grund für meine Schreibhemmung war die Frage: Wie soll es mit den Schulen weiter gehen?
Wie kann die Schule reformiert, erneuert und neu entwickelt werden? Es gab so viele Ideen, Konzepte und Vorstellungen. Mir wurde schwindelig.
Ich sitze zusammen mit einem Imkermeister vor einem Bienenkasten. Wir beschauen zusammen das Treiben im Bienenstock. Wir kommen auf die Frage:
Woher wissen die Bienen, was und wie und wo Aufgaben zu erledigen sind? Warum können alle Arbeiterinnen alle Aufgaben (Pflegen, Schützen, Wärmen und Kühlen, Ernten, Einlagern, Waben bauen usw.) erledigen? Welche Schule haben die Bienen besucht? Wie war die Ausbildung? Wer waren die Lehrerinnen und Lehrer?
Das Entscheidende, das Besondere im Bienenstock ist, daß die Arbeiterinnen im Lauf ihrer Entwicklung bestimmte Drüsen ausbilden. Diese Drüsen ermöglichen
es, die typischen bekannten Arbeiten (Ammendienste, Wachs schwitzen, Giftdrüse der Wächterbiene usw.) auszuüben. Wenn sie dann alles „gelernt“ haben, können sie das tun, was gerade notwendig ist. Es gibt eine Hinorientierung auf eine gemeinsamen Leistung und Aufgabe, eben der Organismus des ganzen Volkes, wie wir sagen des „Biens“. Sogar das Lebensalter der einzelnen Bienen passt sich dem Bedarf an. Und beim Schwarmakt ist sogar im Detail erforscht, dass ein Entscheidungsprozess stattfindet den man wirklich mit Recht demokratischen nennen kann. Es gibt einen freundlich gestimmten Wettstreit bei Suche nach geeigneten Wohnungen, die Kommunikation über deren Qualitäten, einem klaren Ranking von Bewertungskriterien folgend. Dabei ändert das Individuum seine „Meinung“. (Robert Friedrich, Thomas Radetzki, Jürgen Tautz)
Diese Hinorientierung auf gemeinsame Aufgaben mit dem Schulbanknachbar, mit der ganzen Klasse, der ganzen Schule, dem Stadtteil und der Gemeinde usw.
Das bedeutet GRUND Schule. Das bedeutet der Begriff UNTER richten. Was ist der Grund des Lernens, Spielens? Wenn dieser Grund nicht gelegt wird,
bleibt nur noch: Ich lerne für mich, für ein gutes Zeugnis, für einen guten Schulabschluss, für eine gute Voraussetzung für … usw.
Unser Lehrer Hugo Kükelhaus nannte es DAS GEWISSEN. Das Gewissen, die Gewissheit ist der Boden, die Grundlage, das Feld, auf dem Erfahrungen und Wissen gedeihen können. Das Unterste richten.
Mit Robert Friedrich haben wir uns daran erinnert, daß wir uns in unserer Grundschulzeit, morgens vor dem Betreten des Schulhauses aufstellen mussten und dann an der Lehrerin vorbei, grüssend, das Haus betreten durften.


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  • Raphael Ohlms sagt:

    Moin, aus Hannover, wie war denn die letzte OMNIBUS + SchlossFreudenberg Begegung? Neues? Grundschulhaftes?(der Text oben ist schön !!!) Ich kann leider erst wieder im Herbst kommen, gute Zeit Euch…durch den Sommer wünscht Raphael

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