Danke! Johannes Lenz

Liebe Leute, heute, am Ostersamstag beginne ich wieder mit meine Tagebuch.

Ich verdanke die Überwindung der Schreibhemmung, Johanes Lenz. Er schreibt einen Aufsatz über Hermann Kükelhaus (1920 – 1944). Hermann war der jüngere Bruder von meinem Lehrer und Meister Hugo Kükelhaus (1900 -1984).

Johannes Lenz beginnt: „Es gibt Meschen, die nicht vergessen werden sollten. Sie leben ein mutiges Lebe und hinterlassen dann eine leuchtende Spur, die den Glauben an den Menschen stärkt. Einer von ihnen ist Hermann Kükelhaus.“

Das Wort ‚nicht vergessen‘ war’s was mich angesprochen hat.: ‚Du darfst die Kükelhäuser nicht vergessen!‘

Johannes Lenz: „(…) der begabte und interessierte Junge  (Herman Kükelhaus) kam auf eine höhere Schule und wurde von da ausgewählt, in ein Internat der ‚Napola‘, in die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Stuhm, zu wechseln – eine Vorstufe der Ordensburg, die den Nachwuchs der NS-Verwaltung heranziehen sollte… Die Napola Stuhm (Sztum, Polen, Pommern), zu wechseln. (…)

Die Napola Stuhm wurde eines Tages von den Repräsentanten des Staates besucht… sie wollten sehen und hören, wie es mit dem NS-Nachwuchs bestellt ist. Als die Fragenden die in Uniform Angetretenen erreichten, wandten sie sich an Hermann Kükelhaus mit der Frage: Was willst Du werden? Die deutliche Antwort des Jugendlichen war… (ich überspringe) Der Besuch wurde abgebrochen, die Führungsgruppe verließ die Erziehungsanstalt. Aber das Referat zum Abitur stand bevor. Er wählte das Thea: ‚ Der Machthaber und die Masse. Die totalitäre Herrschaft als kosmisches Karzinom.‘ Ein Tumult brach aus, er wurde verhört und verhaftet und zu einem Jahr Arbeit in einem Kohlebergwerk verurteilt – Als Strafarbeit und verbunden mit dem Entzug des Rechtes, das Reifezeugnis zu erhalten. (…)

Johannes Lenz,  Hermann Kükelhaus, Die Christengemeinschaft 4/2018, S.36

(geb. 1927, Priester in Berlin)

 

„10.4.40

Lieber Freund!

Dein Brief und Paket in meinen Händen. Sei bedankt! Ich hatte große Freude.

Eist so schön von dir. Ich kann nicht viel Worte machen. Froh bin ich, dass du mich in allem so gut verstehst. Es ist seltsam. Wir beide sind die geringste Zeitspanne im Arbeitsdienst zusammen gewese und doch ist unser Kreis am besten gewachsen. Es gibt eigentlich im Leben nur zwei Sorten von Menschen. Die, die bereit sind, und solche, die nicht bereit sind. Dieser Sinn ist mir plötzlich in einer der letzten Nächte aufgegangen.

Was heißt nun bereit sein? Man kann es in einer Rede schlecht ausdrücken. Die Worte sind arm. Es müssen Menschen sein, die einen Kontakt zu allem haben, was sie nicht sehen. Menschen , die hinter der Zeit stehen, aus dem Augenblick als wahres Maß die Ewigkeit erkennen. Menschen, die nie in der Folge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft denken. Diese drei Begriffe sind Fesseln für Starke, Haltepunkte für Schwache, sie legen an die Endlosigkeit ein endliches System, um überhaupt sein zu können. (…)

Aber das Reich (Gottes) ist da. Und immer sind seine Tore offen. Man muss nur klopfen können.

Denn das reich ist der Augenblick, die Ewigkeit. Nicht mit dem Finger, mit dem Leben klopfen.

Finden wir sie gemeinsam.

Ich wüsste kein schöneres Zeichen.

Dein Hermann“

 

Aus einem Brief von Hermann Kükelhaus, … ein Narr der Held, Briefe und Gedichte 1939-1943,

Urachhaus Verlag. Z.Zt. vergriffen; bei  www.zvab.com  gebraucht ab 10 € oder mit Hilfe

Rainer Rappmann, www.fiu-verlag.com (Er ist ein Allesfinder).

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